Anlagerichtlinien der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
vom 27. Mai 2004 (Stand am 1. Januar 2022)
Zusammenfassung
Die Anlagerichtlinien der Schweizerischen Nationalbank (SNB) regeln die Verwaltung der Schweizer Währungsreserven und der in Schweizer Franken denominierten Anlagen. Die SNB verfolgt zwei Hauptziele: die Aufrechterhaltung der Liquidität der Bilanz für geldpolitische Interventionen und die Erhaltung des langfristigen Wertes der Reserven. Um dies zu erreichen, setzt die SNB auf hohe Liquidität und eine breite Diversifikation über festverzinsliche Wertpapiere, Aktien, physisches Gold und Derivate. Entscheidend ist, dass der Anlageprozess strikt von der Geldpolitik getrennt ist, um Interessenkonflikte und unbeabsichtigte Marktsignale zu vermeiden, was zu einem generellen Verbot von Investitionen in Schweizer Aktien oder Unternehmensanleihen führt. Die SNB wendet zudem strenge ESG-Ausschlusskriterien an und investiert nicht in Unternehmen, die in international geächtete Waffen, schwere Menschenrechtsverletzungen, systematische Umweltschäden oder den Abbau von Kraftwerkskohle verwickelt sind. Die Richtlinien skizzieren klare Governance-Strukturen, indem sie die Umsetzung der Strategie einem internen Anlageausschuss und die solide Überwachung einer unabhängigen Risikomanagement-Einheit übertragen.
Kernerkenntnisse
Die Anlagepolitik der SNB priorisiert die Bilanzliquidität für geldpolitische Flexibilität und den langfristigen Erhalt der Reservenwerte.(p. 2)
Um Marktsignale und Interessenkonflikte zu vermeiden, verzichtet die SNB in der Regel auf Investitionen in Schweizer Aktien und Unternehmensanleihen.(p. 3)
Zulässige Aktienanlagen zielen auf eine breite Marktabdeckung und -replikation ab, wobei systemrelevante Banken ausdrücklich ausgeschlossen sind.(p. 4)
Die SNB integriert ESG-Kriterien, indem sie Unternehmen ausschließt, die mit geächteten Waffen, Menschenrechtsverletzungen, schweren Umweltschäden und Kraftwerkskohle in Verbindung stehen.(p. 6)
Eine unabhängige Risikomanagement-Einheit ist für die Identifizierung, Bewertung und Überwachung von anlagebezogenen Risiken verantwortlich und berichtet direkt an das Direktorium.(p. 9)
Was das für Sie bedeutet
- 1PositionDie Anlagepolitik der SNB priorisiert die Bilanzliquidität für geldpolitische Flexibilität und den langfristigen Erhalt der Reservenwerte.
- 2ActionUm Marktsignale und Interessenkonflikte zu vermeiden, verzichtet die SNB in der Regel auf Investitionen in Schweizer Aktien und Unternehmensanleihen.
- 3PostureZulässige Aktienanlagen zielen auf eine breite Marktabdeckung und -replikation ab, wobei systemrelevante Banken ausdrücklich ausgeschlossen sind.
- 4OpportunityDie SNB integriert ESG-Kriterien, indem sie Unternehmen ausschließt, die mit geächteten Waffen, Menschenrechtsverletzungen, schweren Umweltschäden und Kraftwerkskohle in Verbindung stehen.
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