Anlagerichtlinien der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
Offizielle Richtlinien, die den Rahmen der Anlagetätigkeit der SNB definieren und Anlageprinzipien, zulässige Vermögenswerte, ESG-Kriterien sowie Risikomanagementprozesse abdecken.
Zusammenfassung
Die Anlagerichtlinien der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bilden den Rahmen für die Verwaltung der Vermögenswerte der Zentralbank, einschliesslich der Devisenreserven und des Goldes. Die Anlagepolitik verfolgt zwei Hauptziele: die Gewährleistung der geldpolitischen Handlungsfähigkeit durch eine jederzeit anpassbare Bilanz sowie den langfristigen Werterhalt der Währungsreserven. Um dies zu erreichen, setzt die SNB auf hohe Liquidität und breite Diversifikation. Sie investiert stark in Staatsanleihen in US-Dollar und Euro, ergänzt durch andere Anlageklassen wie Aktien und Unternehmensanleihen, um das Risiko-Rendite-Profil zu verbessern. Die Richtlinien betonen die strikte Trennung von Geld- und Anlagepolitik zur Vermeidung von Interessenkonflikten, was zum Ausschluss von Schweizer Aktien, Schweizer Unternehmensanleihen und systemrelevanten Banken aus dem Anlageuniversum führt. Das Dokument beschreibt zudem die zulässigen Anlageklassen (Festverzinsliche, Aktien, Gold, Derivate und Währungen), die Verantwortlichkeiten im Risikomanagement sowie die Integration nichtfinanzieller (ESG) Kriterien. Letztere verbieten Investitionen in Unternehmen, die in geächtete Waffen, schwere Menschenrechtsverletzungen oder erhebliche Umweltschäden wie den Abbau von thermischer Kohle verwickelt sind.
Kernerkenntnisse
Die Hauptanlageziele der SNB sind die Sicherstellung der geldpolitischen Einsatzbereitschaft der Bilanz und der langfristige Werterhalt der Währungsreserven.(p. 2)
Um Interessenkonflikte zu vermeiden, investiert die SNB grundsätzlich nicht in Schweizer Aktien, Schweizer Unternehmensanleihen und systemrelevante Banken.(p. 3)
Die Zentralbank bildet bei Aktien breite Marktindizes passiv nach und verzichtet auf Einzeltitelauswahl (Stock-Picking) oder Sektorübergewichtungen.(p. 4)
ESG-Kriterien werden strikt angewendet, was Unternehmen ausschliesst, die an geächteten Waffen, schweren Menschenrechtsverletzungen und dem Abbau von thermischer Kohle beteiligt sind.(p. 6)
Die meisten Anlagen werden intern von SNB-Portfoliomanagern verwaltet, während externe Manager für Benchmarking und spezifischen Marktzugang genutzt werden.(p. 8)
Was das für Sie bedeutet
- 1PositionDie Hauptanlageziele der SNB sind die Sicherstellung der geldpolitischen Einsatzbereitschaft der Bilanz und der langfristige Werterhalt der Währungsreserven.
- 2ActionUm Interessenkonflikte zu vermeiden, investiert die SNB grundsätzlich nicht in Schweizer Aktien, Schweizer Unternehmensanleihen und systemrelevante Banken.
- 3PostureDie Zentralbank bildet bei Aktien breite Marktindizes passiv nach und verzichtet auf Einzeltitelauswahl (Stock-Picking) oder Sektorübergewichtungen.
- 4OpportunityESG-Kriterien werden strikt angewendet, was Unternehmen ausschliesst, die an geächteten Waffen, schweren Menschenrechtsverletzungen und dem Abbau von thermischer Kohle beteiligt sind.
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