SCHWEIZ: BEWERTUNG DER STABILITÄT DES FINANZSYSTEMS
Eine IWF-Stabilitätsbewertung des Schweizer Finanzsystems. Sie unterstreicht die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schocks, identifiziert aber Schwachstellen im Immobiliensektor und die Notwendigkeit stärkerer Regulierungsbefugnisse für die FINMA nach der Credit-Suisse-Krise.
Zusammenfassung
Das Financial System Stability Assessment (FSAP) 2025 des IWF für die Schweiz kommt zu dem Schluss, dass der Schweizer Finanzsektor trotz jüngster Herausforderungen wie dem Zusammenbruch der Credit Suisse insgesamt widerstandsfähig bleibt. Stresstests für Banken und Versicherungen zeigen ausreichende Kapital- und Liquiditätspuffer, um schwere Schocks zu überstehen. Der Bericht identifiziert jedoch erhöhte systemische Risiken aufgrund der hohen Verschuldung des Privatsektors und einer erheblichen Überbewertung des Immobilienmarktes in Verbindung mit gelockerten Kreditvergabestandards. Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS hat eine global systemrelevante Bank von beispielloser Größe geschaffen, was das Risiko weiter konzentriert. Der IWF empfiehlt nachdrücklich, die rechtlichen Befugnisse der FINMA zu erweitern, ihre Abhängigkeit von externen Prüfern zu verringern und frühzeitige Interventionsmechanismen einzuführen. Darüber hinaus sollte die makroprudenzielle Politik durch die Einführung verbindlicher Schuldendienstquoten (DSTI) und die Überprüfung des antizyklischen Kapitalpuffers gestärkt werden. Der Bericht betont auch die Notwendigkeit, ein breiteres finanzielles Sicherheitsnetz zu spannen, indem eine verhältnismäßige Sanierungs- und Abwicklungsplanung für eine größere Gruppe von Instituten vorgeschrieben und ein Public Liquidity Backstop (PLB) eingeführt wird.
Kernerkenntnisse
Schweizer Finanzinstitute bleiben gegenüber schweren Schocks sehr widerstandsfähig, aber das System ist anfällig für einen starken Abschwung bei Immobilien.(p. 7)
Die Aufsichtsbefugnisse der FINMA sind im internationalen Vergleich begrenzt und müssen insbesondere im Hinblick auf frühzeitige Interventionen gestärkt werden.(p. 14)
Die Entstehung der UBS als im Verhältnis zum inländischen BIP größte G-SIB der Welt erhöht das systemische Risiko und erfordert eine intensivere Aufsicht.(p. 17)
Die Hauspreise sind schätzungsweise um 20 bis 35 Prozent überbewertet, was auf steigende Risiken im Hypothekensektor hindeutet.(p. 13)
Aktuelle makroprudenzielle Instrumente wie der CCyB haben ihr Limit erreicht, was neue kreditnehmerbasierte Maßnahmen wie eine DSTI-Obergrenze erforderlich macht.(p. 30)
Was das für Sie bedeutet
- 1PositionSchweizer Finanzinstitute bleiben gegenüber schweren Schocks sehr widerstandsfähig, aber das System ist anfällig für einen starken Abschwung bei Immobilien.
- 2ActionDie Aufsichtsbefugnisse der FINMA sind im internationalen Vergleich begrenzt und müssen insbesondere im Hinblick auf frühzeitige Interventionen gestärkt werden.
- 3PostureDie Entstehung der UBS als im Verhältnis zum inländischen BIP größte G-SIB der Welt erhöht das systemische Risiko und erfordert eine intensivere Aufsicht.
- 4OpportunityDie Hauspreise sind schätzungsweise um 20 bis 35 Prozent überbewertet, was auf steigende Risiken im Hypothekensektor hindeutet.
Auf dieser Seite
- Period
- GJ2024
- Geography
- Switzerland
- Data Source
- Öffentliche und aufsichtsrechtliche Daten, Mikrodaten des Bundesamtes für Statistik, BIZ-Daten zu grenzüberschreitenden Engagements.
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