Projekt Helvetia Phase II
Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte in Wholesale-CBDC
Zusammenfassung
Projekt Helvetia ist eine mehrphasige Untersuchung des BIS Innovation Hub, der SIX Group und der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die die Integration tokenisierter Finanzökosysteme mit Zentralbankgeld erforscht. Phase II konzentrierte sich auf Wholesale-CBDC (wCBDC) und umfasste fünf Geschäftsbanken (Citi, Credit Suisse, Goldman Sachs, Hypothekarbank Lenzburg und UBS). Das Experiment demonstrierte erfolgreich die End-to-End-Abwicklung tokenisierter Finanztransaktionen in wCBDC, indem die DLT-Plattform SIX Digital Exchange (SDX) in das Swiss Interbank Clearing (SIC) System und die Kernbankensysteme der teilnehmenden Banken integriert wurde. Operativ zeigte das Projekt, dass die Herstellung der Interoperabilität zwischen DLT-basierten und traditionellen Systemen komplex, aber unter Verwendung bestehender ISO 20022-Nachrichtenstandards machbar ist. Aus rechtlicher Sicht bestätigte die Bewertung, dass eine Zentralbank nach Schweizer Recht wCBDC auf einer von einem Dritten betriebenen DLT-Plattform ausgeben kann, sofern sie die Kontroll- und Überwachungsfunktionen behält. Das Experiment testete zudem die Umsetzung der Geldpolitik und die internationale Abwicklung mittels wCBDC und stellte fest, dass alternative Designoptionen wie eine RTGS-Verbindung unterschiedliche Kompromisse zwischen Effizienz und operationellem Risiko bieten.
Kernerkenntnisse
Die End-to-End-Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte in wCBDC ist operativ machbar, indem DLT-Plattformen in Kernbanken- und RTGS-Systeme integriert werden.(p. 24)
Die Delegation des wCBDC-Infrastrukturbetriebs an eine DLT-Plattform eines Drittanbieters ist rechtlich wirksam, sofern die Zentralbank die Kontroll- und Überwachungsfunktionen behält.(p. 28)
Eine wCBDC über Nacht (Overnight) vermeidet die Komplexität obligatorischer täglicher Rücknahmen und könnte einen kontinuierlichen 24/7-Abwicklungsbetrieb unterstützen.(p. 26)
Das Experiment testete erfolgreich die Abwicklung von geldpolitischen Transaktionen und grenzüberschreitenden internationalen Zahlungen direkt auf einer tokenisierten Vermögenswertplattform.(p. 30)
Obwohl die Interoperabilität zwischen traditionellen und DLT-Systemen technisch machbar ist, erhöht sie die Komplexität der Back-Office-Prozesse und des Intraday-Liquiditätsmanagements.(p. 27)
Was das für Sie bedeutet
- 1PositionDie End-to-End-Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte in wCBDC ist operativ machbar, indem DLT-Plattformen in Kernbanken- und RTGS-Systeme integriert werden.
- 2ActionDie Delegation des wCBDC-Infrastrukturbetriebs an eine DLT-Plattform eines Drittanbieters ist rechtlich wirksam, sofern die Zentralbank die Kontroll- und Überwachungsfunktionen behält.
- 3PostureEine wCBDC über Nacht (Overnight) vermeidet die Komplexität obligatorischer täglicher Rücknahmen und könnte einen kontinuierlichen 24/7-Abwicklungsbetrieb unterstützen.
- 4OpportunityDas Experiment testete erfolgreich die Abwicklung von geldpolitischen Transaktionen und grenzüberschreitenden internationalen Zahlungen direkt auf einer tokenisierten Vermögenswertplattform.
Auf dieser Seite
- Geography
- Switzerland, United Kingdom
- Data Source
- Proof-of-Concept-Testumgebungen von SDX, SIC und Kernbankensystemen
- Sample Size
- 5